Abenteuer

Die ganze Welt in einem Land

Südafrika. Europa? Asien? USA? Oder doch Afrika? Es ist ein Mix. Mit fantastischen Landschaften, schönen Städten, herrlicher Küche und sympathisch fröhlichen Menschen.

In der alten Welt mag das Lachen tot sein. In Südafrika hat es noch Millionen Gesichter.

„Hier kann ich jeden ansprechen, mit Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen habe, auf der Straße tanzen und singen“, sagt die Schweizer Reiseleiterin Anita Reichle, die seit 30 Jahren in Südafrika lebt und nicht mehr weg will. „Wenn ich so was in der Schweiz mache, erklären die mich für verrückt.“ Und sie tritt gleich den Beweis an, tänzelt am Markt auf eine Ananas-Verkäuferin zu, legt den Arm über ihre Schultern und beginnt zu singen. Die Obstfrau strahlt übers ganze Gesicht, schwingt ihre Hüften und singt mit. Sekunden später tanzt ein Dutzend schwarzer Frauen zwischen den Obstständen.

Wo und wie immer man im Land an der Südspitze Afrikas unterwegs ist, Lachen und beseelte natürliche Freundlichkeit sind allgegenwärtig. Das macht Reisen in Südafrika zur Therapie. Die Vielfalt der Landschaften, Völker und Kulturen machen es sowieso zu einem der schönsten Ziele auf dieser Welt.

Zu entdecken gibt es unendlich viel. Jeder Tag bringt neue Landschafts-, Kultur- und Tiererlebnisse. An die 30 Nationalparks und Reservate hat Südafrika zu bieten. Raubkatzen, Elefanten, Nashörner, Antilopen, Krokodile und viele andere Wildtiere sieht man mit Garantie. Mit etwas Glück auch Haie und im Winter die Riesen der Meere – die Pottwale.

Die Natur ist überaus vielfältig. Berge, weite Ebenen, Wüsten, Steppen, schroffe Klippen und an den Küsten traumhafte Strände. Die Vegetation ist ein schillerndes Kaleidoskop. Palmen und Regenwald in den Küstenregionen, riesige Eukalyptus- und Kiefernwälder im Norden oder die Blütenpracht der Königsprotea an der berühmten Garden Route sind nur einige Beispiele.

Dazu kommen Quartiere auf europäischem Standard, hervorragende Weine und bestes Essen. Vor allem saftige Steaks von Weiderindern und Straußen sowie Wildtieren wie Kudu oder Antilope stehen mit Vorliebe auf den Speisekarten der Restaurants. An der Küste vorrangig Fisch, Seafood, Austern, Krokodil.

Boom. Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 erlebt die junge Demokratie einen ungebrohenen Sympathieschub bei Touristen aus aller Welt. Das farbenfrohe Fest mit ohrenbetäubenden Vuvuzelas, grellbunt gekleideten Fans und lachenden Gesichtern klingt uns Europäern heute noch im Ohr, schwingt noch in der Seele. Südafrika ist „in“. Südafrika boomt.

Darauf setzt zum Beispiel Raiffeisen Reisen mit 14-tägigen Touren ab 2790 €, die im Vergleich zu vielen anderen Angeboten viele der großen Highlights ein- schließen – Johannesburg, Durban, Garden Route, Kwazulu-Natatal, Kapstadt, Kap der Guten Hoffnung, die Weinregion Stellenbosch, Route 62 in der steppenartigen Kleinen Karru, Safaris im Krüger- und Hluhluwe-Nationalpark. Sogar das Königreich Swasiland wird besucht (siehe Artikel weiter unten).

Ich habe die Raiffeisen-Route unter die Lupe genommen. Resümee: Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.

Johannesburg. Die Tour beginnt über der größten Goldmine der Welt, in Johannesburg. Seit 1886 wird dort gegraben und gebaggert, die halbe Stadt ist unterhöhlt, Abbauhalden liegen zwischen Wohnvierteln. Ein abstoßender Moloch und brandgefährlich ist Jo’burg, wie die weißen Einheimischen Johannesburg nennen, nicht mehr. Die weitläufige Millionenmetropole (vier Mal größer als Wien) ist durchbrochen von kilometerlangen Wald- und Wiesenflächen, einige Wohnviertel haben europäischen Standard. Die Kriminalität ist stark zurück gegangen. Selbst die einst gefürchteten Schwarzen-Siedlungen South Western Townships (abgekürzt Soweto), wo die Drei-Zimmer-Häuschen von Nelson Mandela und Desmond Tutu stehen, besuchen heute Touristen. In Soweto nahm die Antiapartheidbewegung ihren Anfang. Dort zu wohnen ist mittlerweile „in“. Besser Verdienende bauen sich im Armenviertel sogar Villen. Mandelas Haus mit der Nummer 8115 ist heute ein Museum.

Auch wenn es sich durchaus lohnen würde, ein paar Tage in Johannesburg zu verbringen, ist Jo’burg vor allem das Tor zum Naturspektakel Blyde River Canyon, dem drittgrößten der Welt, und zum Krüger Nationalpark im Nordosten an der Grenze zu Mosambik. Mit 20.000 km² zählt der Krüger Park zu den größten Tierreservaten Afrikas. Mehr als eine Million besuchen ihn jährlich. Das große Erlebnis vermag er Safari-Erprobten allerdings schwer zu bieten. Zur Pirsch fährt man im Bus oder Pkw auf gut gepflegten, großteils asphaltierten Straßen. Wenn sich Löwen, Elefanten und Nashörner nicht gerade neben der Straße postieren, sind gute Fotos kaum möglich. Dafür wird man nicht auf holprigen Pisten durchgerüttelt.

Bizarre Bergkulisse. Gewaltige Schluchten mit bizarr ausgewaschenen Dolomit-Felsen, mystische Nebelszenarien und drei nebeneinanderliegende, 1000 Meter senkrecht aufragende Felskegel-Berge mit grünem „Kopfbewuchs“ – der vom Krüger Nationalpark nur ein paar Autostunden entfernte Blyde River Canyon zeigt überzeugend, welch grandiose Ausstrahlung Südafrikas Landschaften haben. Vom Canyon-Rand reicht der Blick über den Krüger Nationalpark bis Mosambik. Erstaunlich, dass der drittgrößte Canyon der Welt bei uns kaum bekannt ist.

Weiter führt die Route durchs pittoreske Königreich Swasiland (siehe Artikel weiter unten) zu den Wildreservaten am Indischen Ozean im Südosten des Landes. Im St. Lucia Wetlandpark an der Küste leben 2000 Krokodile, mehr als sonstwo in Südafrika, und ca. 1000 Flusspferde. Auf Boot-Safaris lassen sie sich aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Ebenso spannend ist der in der Nähe liegende Nationalpark Hluhluwe-Umfolozi – einer der populärsten für Big-Five-Sa- faris und der älteste Afrikas. 1895 wurde er zum Schutz der Nashörner gegründet.

Handkuss vom Geparden. Quartier beziehen Raiffeisen-Kunden dort an einer ganz besonderen Location. Die Emdoneni Lodge liegt nicht nur mitten in einem Wildpark (Kudus und Zebras grasen vor den Bungalows), sondern beherbergt auch ein Rehabilitationszentrum für Raubkatzen. Dort küsst Sie der Gepard! Mit Raubkatzen-Mama Bernadette Everett dürfen Sie ins Gehege, die an Menschen gewöhnten Geparden streicheln, mit ihnen kuscheln und sich die Hand küssen lassen. – Da klopft einem schon ordentlich das Herz, wenn die raue Zunge der in freier Wildbahn so gefährlichen Tiere über die Haut raspelt.

Knappe 300 Kilometer weiter eine völlig andere Welt. Die 3-Millionen-Stadt Durban in der Provinz Kwazulu-Natal betört mit einem Stadtstrand so schön wie in Miami, Beach-Life mit Wellenreitern und Sand-Skulpturen-Künstlern sowie einem Ethnien-Mix aus Zulus, Indern und Weißen. Nie weiß man so recht, ob man sich in Asien, den USA oder in Afrika befindet. Am indischen Markt riecht’s nach exotischen Gewürzen, in den Straßen verkaufen Zulu-Medizinmänner Wundermittel aus Tierknochen, und die Golden-Mile-Beach säumen moderne Restaurants und Wolkenkratzer.

Auch Südafrikas bekannteste Touristenstrecke lässt die Raiffeisen-Tour nicht aus – die Garden Route. Zwischen Mosselbay und Storms River verläuft sie 200 Kilometer entlang der buchtenreichen Küste des Indischen Ozeans. An der Route liegen verwunschene Wälder, Seen, Lagunen, wilde Gebirgspässe, malerische Städtchen und üppig blühende Vegetation. Landschaftliches Highlight ist die Lagune von Knysna.

Nördlich der Garden Route ändern sich Vegetation und Landschaft schlagartig. Hier beginnt das karge, trockene Reich der Kleinen Karru, die weiter nördlich in die Große Karru und schließlich in die Kalahari-Wüste übergeht. 2000 Meter hohe schroffe Berge mit bizarren Felsformationen, Buschsteppen wie in der Sahelzone, dazwischen schnuckelige Dörfer mit weißgekalkten Häusern, Obstgärten und Strauße vor tiefblauem Himmel. Auf Hunderten Farmen werden hier eine Viertelmillion der 2,5 Meter großen und 130 Kilo schweren Laufvögel gezüchtet. Zentrum ist das Städtchen Oudtshoorn. Einige Farmen können besichtigt werden. Mutige dürfen auf den Riesenvögeln reiten. Von Oudtshoorn führt die Raiffeisen-Tour entlang der wunderschönen Route 62 durch die Kleine Karru in die Weinregion nördlich von Kapstadt – ein wahres Mekka für Gourmets. Bei Stellenbosch wachsen hervorragende Cabernet-Sauvignon-, Pinotage- und Shiraz-Weine.

Perfektes Finale. Den dramaturgisch perfekten Abschluss der Raiffeisen-Tour bilden das traumhaft schöne Kapstadt und das Kap der Guten Hoffnung.

Bei Kapstadt hängt alles vom Wetter ab: Lacht die Sonne und ist der berühmte Tafelberg wolkenfrei, zeigt die älteste Siedlung der niederländischen Kolonisten in Südafrika (gegründet 1652) ihre wahre Pracht. Vom Tafelberg überblickt man sie. An der Atlantikküste südlich Kapstadts reiht sich vor der Kulisse der drachenförmig gezackten Bergkette „Zwölf Apostel“ eine Traumbucht an die nächste. Zu den schönsten zählen Camps Bay und Houte Bay, beide Reviere der High Society. Eine 60-m²-Wohnung kostet hier 1,5 Millionen Euro. Die berühmte Waterfront am alten Hafen ist eine Shopping-, Restaurant- und Entertainment-Meile im US-Stil. Das Schönste an ihr ist der freie Blick zum Tafelberg.

Auch die Kap-Halbinsel, an deren südlichster Spitze das legendäre Kap der Guten Hoffnung liegt, ist bei Schönwetter eine Pracht. Über die spektakulär in steile Felsflanken gehauene Panoramastraße Chapman’s Drive gelangt man in die windzerzauste Ebene vor dem Kap. In der Bucht tummeln sich oft Wale und bei Simon’s Town die kleinen Kap-Pinguine.

Bei Schlechtwetter allerdings ahnt man die teuflischen Tücken des gefürchteten Kaps. Höllische Stürme peitschten schon viele Schiffe auf die vorgelagerten Riffe. Für Tausende Seefahrer wurden sie zum eisigen Grab. Mehr als 3000 Wracks liegen dort angeblich auf Grund. Unfälle passieren auch heute noch häufig.

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Swasiland: Jungfrauen tanzen für den König

Wie eine Insel liegt das kleine Königreich Swasiland mitten in Südafrika. Eine andere Welt. Es gehört zum Commonwealth, wird aber von Südafrika wirtschaftlich am Leben erhalten. Die Bevölkerung lebt von einem Euro pro Tag, der 46-jährige König Mswati III. ist ein verwöhnter Despot, verletzt Menschenrechte, lässt zum Erntedankfest Tausende Jungfrauen barbusig tanzen. Nach alter Landessitte lebt er in Polygamie. 14 Frauen hat er bis jetzt. Sein Vater brachte es auf 112 und 600 Söhne.

Touristen merken von der absolutistischen Herrschaft kaum etwas. Sie genießen die Ursprünglichkeit des nur 17.000 km² großen Landes als willkommene Abwechslung zum weitgehend modernen Südafrika. Viele Swasi leben noch in Krals mit Rundhütten, der Großteil allerdings schon in einfachen Ziegelhäusern.

Die Sippe ist wichtige Basis der sozialen Struktur. Ein Mann darf so viele Frauen ehelichen, wie er sich leisten kann. Im Kral lebt er bescheiden in einer eigenen kleinen Hütte, während die Frauen mit den Kindern die großen bewohnen. Wenn er eine besucht, klopft er mit einem Holzstock artig an die Tür. „Nach dem Service“, wie es ein Swasi auf unserer Reise formulierte, kehrt er wieder in seine Hütte zurück.

Frauen müssen dick sein, um als sexy und wertvoll zu gelten. Vor allem die Oberschenkel sollten möglichst die Maße eines Elefantenfußes haben – das signalisiert Kraft zum Arbeiten. Und danach werden Ehefrauen ausgewählt. „You look good, you are fat now“, ist unter Swasi-Frauen eine höfliche Begrüßung.

Die Landschaft ist geprägt von 1800 Meter hohen Gebirgen im Norden, massiv aufgeforstet mit Eukalyptus, Kiefern und Föhren. Weiter südlich beherrschen Hügel das Bild – mit Rinderweiden, die an die Schweiz erinnern. Im Sommer (europäischer Winter) ist es dort saftig grün. Im Winter braun, trocken und staubig.

Einen Namen hat sich das Königreich mit Kunsthandwerk gemacht. Speckstein- und Holzschnitzereien, Figuren aus Abfallblech und -eisen, mundgeblasene Gläser und kunstvoll gearbeitete Lederwaren sind beliebte und günstige Souvenirs.

Besonders schön sind die Swasi-Kerzen, die es mittlerweile auch bei uns zu kaufen gibt. Sie werden aus mehreren bunten Wachsschichten geformt und wundersam verziert. Wenn sie brennen, leuchten die Muster und Tierbilder auf der Außenseite wie Höhlenmalereien im Fackelschein.

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INFO

VISA & IMPFUNGEN Bei Aufenthalt bis 90 Tage ist kein Visum nötig. Impfungen nicht vorgeschrieben. Basisschutz (Diphtherie, Polio, Typhus, Tetanus, Hepatitis A/B) sowie Malaria-Prophylaxe werden empfohlen.

NEBENKOSTEN & WÄHRUNG Essen und Getränke sind je nach Region 50 bis 60 Prozent günstiger als bei uns. 1€ sind ca. 10 Rand.

SICHERHEIT Laut Reiseleitern ist die Kriminalität zurückgegangen. Das Außenministerium rät aber nach wie vor zur Vorsicht. Vor allem in Städten und nachts sollte man nicht allein unterwegs sein. Wertgegenstände im Hotel lassen.

ANGEBOT Raiffeisen Reisen bietet derzeit 14-tägige Rundreisen ab 2790 €, die sehr viele Highlights in Südafrika sowie das eigenständige, noch urige Königreich Swasiland einschließen.

WEITERE INFOS South African Tourism in Frankfurt, www.southafrica.net

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