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Chalkidiki: Drei Finger zur Wahl

An der Südspitze der Halbinsel Chalkidiki zeigen drei Finger ins Ägäische Meer: die Landzungen Athos, Sithonia und Kassandra. Wodurch unterscheiden sie sich?

Links, rechts oder in die Mitte? Auf welchem Finger sollte man sein Quartier buchen, wenn man in dieser Region den Urlaub verbringen möchte. Ich bin gerade in Griechenland unterwegs und habe mir die drei landschaftlich markanten Finger angesehen.

Kloster

Kloster auf Athos

Athos. Auf dem östlichen Finger kommen Frauen nicht weit. Nach 10 Kilometer ist Schluss. Bei der entzückenden kleinen Ortschaft Ouranopoli beginnt die Mönchsrepublik Athos – und da haben Frauen seit 1000 Jahren striktes Einreiseverbot. Männer haben es etwas besser. Sie dürfen mit spezieller Erlaubnis ein paar Tage in den heiligen Staat der orthodoxen Mönche. Täglich dürfen maximal zehn einreisen.

Kreuzfahrt. Ich habe kein Visum beantragt und auch keine rasende Lust auf ein karges Klosterquartier – also buche ich die Athos-Kreuzfahrt. Da tuckert man 3,5 Stunden auf einem Schinackel die 70 Kilometer lange Küste entlang und schaut sich die Klöster aus einem halben Kilometer Entfernung an. Näher darf das Schiff nicht ran. Das Erlebnis ist leider nicht so spektakulär wie erwartet. Die an und für sich mächtigen Klosteranlagen wirken aus der Distanz nicht wirklich imposant. Um Details zu erkennen, braucht man unbedingt ein Fernglas – und das habe ich leider nicht mit.

Die 20 €, die der Ausflug kostet, zahlen sich aber trotzdem aus. Zumindest einen groben Eindruck bekommt man. 2300 Mönche leben heute noch in 20 Klöstern und in ein paar Dörfern auf dem Heiligen Berg. Zur Hochblüte im 13. Jahrhundert waren hier 40.000 Mönche und 300 Klöster.

Gebirgig. Landschaftlich ist Athos der schönste der drei Finger, gebirgig und dicht bewaldet. An der Fingerspitze ragt der Athos-Gipfel 2033 Meter steil in die Wolken. In den Felsflanken leben auch heute noch einige Eremiten in Höhlen.

Ouranopoli

Strand vor Ouranopoli

Ouranopoli hat einige sehr nette kleine Hotels, Restaurants und Bars. In den Mini-Markets sieht man immer ein paar Athos-Mönche, die sich Kleinigkeiten kaufen. Der Strand ist nicht allzugroß aber feindsandig. Ein, zwei Tage kann man sich hier durchaus wohlfühlen.

Unterkunftstipp. Hotel Theopisti, gleich bei der Kirche. Für rund 40 € bekommt man ein entzückendes Zimmer mit Balkon. Die Besitzer sind äußerst freundlich, die Armosphäre ist gemütlich griechisch.

Strand bei Marmaras

Strand bei Marmaras

Sithonia, der mittlere Finger, hat für Strandurlauber schon mehr zu bieten – schöne Buchten mit Sand- und Kiestränden und ein paar urige Dörfer. Auf Sithonia sind die Berge nicht mehr so hoch, der höchste Gipfel ist 808 Meter. Die schönsten Strände habe ich bei Marmaras, einem belebten Touristenort, entdeckt.

Kassandra, der westliche Finger, ist das Hauptziel für Touristen. Der Transfer vom Flughafen in Saloniki dauert nur rund eine Stunde, die Strände und Buchten sind weitläufiger, die Auswahl groß. Landschaftlich ist Kassandra allerdings nicht so attraktiv wie die Sithonia und Athos. Das Land ist flach, der höchste Berg nur mehr 243 Meter hoch. Es gibt viel Ackerbau, die Landschaft ist ziemlich verbaut.

Viel Tourismus. Bei Kallithea, dem größten Touristenort, stehen einige Großhotels, die Restaurants und und Bars sind auf Touristen eingestellt. Weniger belebt ist die Westküste, dort ist alles noch recht urig und authentisch. Für mich die schönsten Strände an der Westküste liegen bei Sivri und Sikoni. Es zahlt sich aus ein Mietauto für einen Tag zu buchen und den Finger abzufahren. Ein gemütliche Sache – es sind nur rund 70 Kilometer.

Strand des Hotels Aegean Melathron

Strand des Hotels Aegean Melathron

Unterkunftstipp. Wer auf Kassandra ein gehobenes Hotel sucht, ist mit dem 5*-Aegean Star Melathron, drei Kilometer südlich von Kallithea, gut beraten. Es liegt in einer schön gepflegten, 7,5 Hektar großen Parkanlage, hat mehrere Pools, Bunglows, eine sehr gute Küche, den einzigen Thalasso-Spa auf Chalkidiki und einen feinen, gepflegten Sandstrand mit Blick auf Sithonia und den Athos-Gipfel.

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