Essen mit ...

Dr. Robert Blaguss über das Älterwerden, Ski fahren und Golf

Wir sitzen unterm Kastanienbaum im Gastgarten des Grinzinger Wirtshauses Neuland, essen Kässpätzle und grünen Salat. Dr. Robert Blaguss, Chef von Blaguss Touristik, mag Hausmannskost. Und er mag auch diesen Gastgarten. Der gehört zur Familie. Besitzer des Neuland ist sein jüngerer Sohn Robert. Dr. Blaguss isst oft hier, er wohnt nur ein paar Gassen weiter, fast ums Eck. Das hat unter anderem den Vorteil, dass das Neuland seine Lieblingsweine im Keller hat. Heute entscheidet sich der Grandseigneur der Reisebranche für den roten Cuvee Gabarinza vom Heinrich aus Gols. Auch das ist ein Stück Heimat. Dr. Blaguss ist Burgenländer – aus Oberpullendorf.
Ob er jemals gedenke in Pension zu gehen, frage ich den 67jährigen. Sein älterer Bruder Paul hat sich ja schon vor ein paar Jahren aus der Firma verabschiedet. Er stockt kurz. „Ich habe mich für die Gleitpension entschieden“, sagt er und lobt den Gabarinza.

Man muss wieder werden wie ein Kind. „Wie lange die Gleitphase dauert wird man sehen“, sagt er. „Bis 55 Jahre habe ich sieben Tage in der Woche gearbeitet, irgendwann nur mehr sechs, jetzt kommt die nächste Stufe. Ich bin nicht mehr rund um die Uhr in der Firma“, erzählt er. „Wenn das Wetter schön ist, gehe ich mit meinen Enkerln (Bilder rechts) spazieren – das gibt mir viel. Da schauen wir Blumen an, beobachten Hasen und Fasane. Beim Spaziergang mit den Enkerln sehe ich Kleinigkeiten, die ich früher nicht gesehen habe. Wenn man im Stress ist, sieht man die schönen Dinge links und rechts vom Weg nicht. Der alte Mensch soll werden wie ein Kind, heißt es, damit er sich wieder über Kleinigkeiten freuen kann. Ich bin am Weg dorthin, aber ich muss noch älter werden.“

Genuss-Gespräche. Gespräche mit Dr. Robert Blaguss sind ein Genuss. Er kann über Geschäfte, Politik, Gesellschaft, Religion und die ganze Welt philosophieren – und dabei immer wieder neue Sichtweisen finden. Und irgendwann landet er beim Fußball oder beim Ski fahren. Beides liebt er heiß. Fußball genießt er zwar nur mehr vor dem Fernseher, die Skier schnallt er sich aber immer noch an. Am liebsten am Arlberg oder in Zermatt, weil’s dort genügend Tiefschneehänge gibt. Erst wenn ihm der Pulverschnee bis übers Knie reicht, fühlt er sich so richtig wohl. „Das ist schon ein tolles Gefühl“, sagt er, „ wenn man mit 67 noch so fit ist, dass man Tiefschneehänge hinunter wedeln kann.“

Golf spielen ist wie Geschäfte machen. Vor einem Jahr hat er auch mit Golf begonnen. „ Das interessiert mich immer mehr. Wenn meine Gleitpension-Phase in die nächste Stufe kommt, werde ich sicher zwei Tage pro Woche damit verbringen“, lacht er. „Da schließt sich dann wieder der Bogen. Golf ist nämlich wie Geschäfte machen. Da braucht man genauso diese konzentrierte Gelassenheit. Wenn man etwas partout will, funktioniert es nämlich nicht.“

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1 reply »

  1. Auch für mich ist mein jährlicher Skiurlaub das Größte – und das obwohl ich bereits 71 bin.

    Meine Kurven in den Schnee zu ziehen und die Winterlandschaft genießen, das ist das, was mich jung hält.

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