Abenteuer

Die Highlights der Seidenstraßen-Tour

IranRückblick. Morgen geht die große Seidenstraßen-Tour in Istanbul zu Ende. Da wird es Zeit für einen Blick in den Rückspiegel. Die Schweizerin Regina Seiler (Bild rechts), eine der Teilnehmerinnen an dieser 60 Tage Tour von Peking nach Istanbul, hat mir per email ihre Eindrücke geschildert.

„Zentralasien (Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan) sind klar meine Favoriten auf dieser Reise. In der Türkei wird uns zwar auch zugewinkt und die Leute sind freundlich, aber irgendwie ist auch eine gewisse Agressivität zu spüren. Nicht gegen uns, gegen das Leben allgemein. Im Iran haben sie es ja weiss Gott nicht einfach, aber man hat das nur dann rausgespürt, wenn sie direkt darüber gesprochen haben. Hier ist das anders . . und insbesondere im Verhalten der Kinder ersichtlich. Vorbei das freundliche und manchmal scheue „Hello“. Jetzt wird mit allerlei Getue und Gebärden auf sich aufmerksam gemacht. Fäuste jagen in die Luft. „Money, money“ und eine hohle Hand sind nicht selten. Ich find’s irgendwie traurig in einem Land, das zu Europa gehören möchte.“

Iran

Herzstück Iran. Ich war ja nur ein kurzes Stück mit dabei, von Asgabat in Turkmenistan bis nach Teheran im Iran. Die Strecke in China, Usbekistan und in der Türkei kenne ich größtenteil von früheren Reisen. Die Einschätzung von Regina kann ich bestätigen. Die Seidentraß im Nordwesten Chinas ist zwar landschaftlich beeindruckend – sie führt durch die Wüsten Gobi und Taklamakan – aber punkto Sehenswürdigkeiten gibt’s dort nicht viel Aufregendes zu sehen. Kirgisistan fehlt mir in meiner Seidenstraßen-Sammlung – es soll wegen der fantastisch schönen Bergkulissen wirklich traumhaft sein. Turkmenistan überraschte mich, weil von den 3000 Jahre alten Lehmstädten Merw und Nissa, die heute UNESCO-Weltkulturerbe sind, noch erstaunlich viele Reste da sind, so dass man sich noch durchaus ein Bild von der damaligen Größe und Bedeutung machen kann. Der Iran ist ein Kapitel für sich. Ich hasse jene Reisejournalisten, die – egal über welches Land sie schreiben – stets die „freundliche-Menschen-Floskel“ strapazieren. Das ist oft hohles Gewäsch. Aber beim Iran stimmt es!! Solch offene, interessierte und „freundliche“ Menschen habe ich noch kaum wo getroffen. Ich gebe zu, das Urteil fällt wohl auch deshalb so postiv aus, weil man im Westen meist ein völlig anderes Bild dieses islamischen Staates gezeichnet bekommt. Jedenfalls war die Reise durch den Iran für mich – wie auch für Regina – wegen dieser Freundlichkeit so prägend. Abgesehen davon bietet der Iran auch eine Unmenge an tollen Sehenswürdigkeiten wie etwa den „Großen Platz“ in Isfahan (Bild).

Märchenland Kappadokien. Die Türkei kann da in all den Punkten nicht mithalten – ausgenommen Istanbul und Kappadokien. Diese in Jahrmillionen von Wind und Regen bizarr geformte Region aus Tuffstein ist schlicht beeindruckend. Auch kulturell. Dort gibt es etwa unzählige Felsenkirchen. Die Archäologen machen sich gar nicht mehr die Mühe sie freizulegen, weil alle paar Jahre sowieso ein Tuffstein-Felsbrocken abbricht und eine neue Kirche ganz von allein zum Vorschein kommt. Spannend sind auch die unterirdischen Städte. Um sich vor durchziehenden Kriegsheeren (Römern, Mongolen, Griechen) zu verstecken, haben die Menschen dort unterirdische Städte angelegt. Eine, ich weiß den Namen nicht mehr, ist 13 Stockwerke tief.

Seidentraße-Revival. Auf dieser Reise entlang der Seidenstraße, oder genauer, entlang einer der Hauptrouten des weitverzweigten Seidensstraßen Netzes, bekommt man vor allem auch sehr intensiv mit, wie bedeutend diese Route für den Handel und Kulturaustausch war. Einzelreisen in einzelne Länder vermögen das in dieser Kompaktheit nicht zu vermitteln. Und man begreift auch eines: Die Seidenstraße gibt es immer noch bzw. jetzt verstärkt wieder. Durch das Erstarken Chinas und seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist auf dieser Ost-West-Route wieder ein immens starker Handel und Kulturaustausch aufgeflammt. Und der wird noch zunehmen. Derzeit werden im Eiltempo neue Straßen gebaut – Autobahnen in Westchina, Turkmenistan und im Iran. Und auch der Traum der „Eisernen Seidenstraße“, des Baus einer Eisenbahn auf dieser Strecke, wird wieder disikutiert.

Karawanenweg für die Masse. Für Touristen ist die Seidenstraße derzeit teils noch schwierig zu befahren. Dafür ist es noch eines der ganz großen und exotisches Reise-Abenteuer auf dieser Welt. Schon in ein paar Jahren werden große Highways viel vom Zauber genommen haben. Und wenn die Route dann für fast jedermann leicht befahrbar ist, wird sie zum touristischen Trampelpfad – zum Karawanenweg für die Masse. Noch ist man bei den Sehenswürdigkeiten etwa in Turkenistan ganz allein. So wie vor 10 Jahren in der kambodschanischen Tempelstadt Angkor Watt. Dort schieben sich heute täglich Tausende durch die Tempel. Das könnte auch an der Seidenstraße passieren.

Angebot: Organisiert und durchgeführt wird die Seidenstraßen-Tour einmal pro Jahr von Asia Adventures and Study Tours

Buchung: In Österreich kann die Tour exklusiv bei GEO Reisen gebucht werden. Der Preis für die Tour 2008 war 19.900 Euro pro Person.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s